Langsam nimmt sie den Stoff aus dem Schrank. Dicker, weißer Baumwollstoff, mit Goldfaden eingefasst. Die Geste ist präzise, fast rituell. Ihre Mutter trug dieses Kleidungsstück. Und ihre Tochter wird es tragen. Das ist alles, was Habesha-Kleidung aussagt. Eine ununterbrochene Linie, gewebt über Generationen hinweg.
Hier, fernab von Asmara oder Addis Abeba, finden diese Kleidungsstücke noch immer ihren Platz. Wir sehen sie bei orthodoxen Festen, Hochzeiten, Taufen. Aber auch in ganz gewöhnlichen Vierteln. Auf einem Sonntagsmarkt. Auf einem Passfoto. Eine sanfte, aber entschiedene Verteidigung dessen, was wir nicht vergessen wollen.
Habesha-Kleider werden oft im Stillen genäht. Sie werden nicht immer gekauft. Sie zirkulieren. Von der Tante zur Nichte. Von einer Freundin, die vom Land zurückkehrt. Von einer Schneiderin in Biel, die Bestellungen zwischen zwei Kunden entgegennimmt. Das sind Netzwerkkleider. Vertrauenswürdig.
Ihr Schnitt ist schlicht. Ihre Symbolik tiefgründig. Die farbige Borte – Telse genannt – dient nicht nur der Verzierung. Sie weist auf die Herkunft hin, manchmal auf die Region, oft auf die Hand, die sie angebracht hat. Nichts wird dem Zufall überlassen. Selbst wenn die Stoffe importiert werden, bleibt die Erinnerung lokal.
Äthiopisches Kleid - Germawit
✨ Eine handgenähte Kultur zwischen Weitergabe und Neuerfindung
Diese Kleider, diese Tuniken, diese über die Schulter gefalteten Stoffe sind hier, weit weg von Addis Abeba oder Asmara , noch immer zu sehen.
Wir finden sie bei Hochzeiten, Taufen, religiösen Festen.
Aber auch auf Passfotos.
Auf dem Markt. Auf der Straße.
Dies sind diskrete Akte des Widerstands , der Erinnerung, des Stolzes.
Oft kaufen wir sie nicht. Wir bekommen sie. Wir leihen sie.
Eine Tante vertraut sie einer Nichte an. Eine Näherin in Biel fertigt sie für zwei Kunden an.
Sie kursieren wie Geschichten, die wir nicht verlieren wollen .
🎨 Das Telse, dieses Detail, das alles sagt
Die farbige Umrandung – Telse genannt – wird nie zufällig platziert.
Es erzählt von einem Ursprung, einer Region, manchmal von der Hand, die es genäht hat.
Auch wenn das Fabric importiert wird, bleibt der Speicher lokal .
Die Schnitte sind einfach. Die Botschaften sind tiefgründig.
👥 Eine Eleganz, die sich verwandelt, ohne sich selbst zu verraten
Die jungen Leute von heute beschäftigen sich nicht mehr mit der Vergangenheit.
Sie erweitern es.
Habesha-Outfits fügen sich in den hybriden Alltag zwischen Familienerinnerungen und urbaner Präsenz ein.
Bestickter Gürtel an einem Alltagskleid.
Traditioneller Stoff, lässig über der Schulter getragen, jenseits des religiösen Rahmens.
Die Geste bleibt. Sie passt sich an.
Für manche wird das Outfit zu einer stillen Präsenz.
In anderen wird es zur Sprache.
Nicht um uns zu erklären. Sondern um ganz zu leben, wer wir sind.
📦 Noch nicht online, aber schon in der Luft
Bei ZEKREKA haben wir diese Kleidung noch nicht zum Verkauf angeboten.
Aber wir beobachten sie. Wir respektieren sie. Wir bereiten sie vor.
Denn was sie erzählen, ist der Kern unserer Mission:
Objekte, die nicht schreien ,
aber flüstere denen zu, die es wissen .
Genähte Versprechen. Getragene Abstammungen. Eine bekleidete Erinnerung.
Häufig gestellte Fragen
Wo finde ich in der Schweiz Habesha-Kleidung?
Aktuell: bei Gemeindeveranstaltungen oder bei Näherinnen aus der Diaspora. ZEKREKA wird sie bald anbieten.
Werden sie noch von Hand genäht?
Ja, meistens. Mit Telse verzierte Stücke werden oft von Hand bestickt, obwohl der letzte Schliff manchmal maschinell erfolgt.
Was ist der Unterschied zwischen äthiopischer und eritreischer Kleidung?
Die Stile variieren je nach Schnitt, Stickerei und Brauch. Doch in der Diaspora überschneiden und verflechten sie sich.
Können wir sie außerhalb von Zeremonien tragen?
Absolut. Viele Frauen passen sie an ihren Alltag an, irgendwo zwischen Neuerfindung und Verankerung.
Gibt es moderne Größen?
Noch nicht standardisiert. Vieles ist noch Einheitsgröße oder wird auf Anfrage maßgeschneidert. Bei ZEKREKA arbeiten wir daran, integrative und zeitgemäße Schnitte anzubieten.
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